Im Sommer soll es so weit sein: Dann wird die offizielle Gemeinde-App «Wettingen – Stern an der Limmat» für iOS und Android lanciert. Neben Informationen zur Verwaltung, dem Gewerbe und den Vereinen werden Nutzer unter anderem auch eine Agenda mit verschiedenen Anlässen aufrufen können. Damit gehört Wettingen zu den wenigen Gemeinden im Kanton, die ihre Einwohnerinnen und Einwohner auch via Smartphone-App informiert.

«Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren das Verhalten vieler verändert», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. So schreibt das Bundesamt für Statistik, dass seit dem Aufkommen von Laptops, Mobiltelefonen und Tablets Mobilität und Internetnutzung nicht mehr voneinander zu trennen sind: 73 Prozent der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren surft ausserhalb des Zuhauses oder des Arbeitsplatzes mit dem Mobiltelefon im Internet.

«Wir lancieren eine App, weil wir mit der Zeit gehen und der Bevölkerung mit geeigneter Technik den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen erleichtern wollen», sagt Blickenstorfer. Zudem biete man mit der App Vereinen und Gewerbetreibenden eine kostenlose Plattform an. «Genau wie auf unserer Gemeinde-Website können sie ihre Einträge sowie Veranstaltungen selber eintragen und die Informationen aktualisieren.»

Und wie sieht es mit der Stadt Baden aus? Wer in den Stores von Google und Apple sucht, der findet die App «Cityguide Baden». Wie Standortmarketingleiter Thomas Lütolf sagt, handelt es sich dabei aber um eine App, die rein privatwirtschaftlich getragen werde. «Die Stadt Baden bietet selber keine offiziellen Apps an.» Auch seien in naher Zukunft keine geplant. «Eine interne Analyse im 2017 hat ergeben, dass mit Blick auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis kein Bedarf nach einer App besteht», sagt Lütolf.

Die Priorität liege vielmehr auf einem mobile-tauglichen Internetauftritt. «Die stets steigenden Mobile-Anwendungen bestätigen, dass dieser Weg seitens Kundschaft akzeptiert ist.» So sei im Jahr 2016 die Website der Stadt Baden noch von 35 Prozent der Nutzer von einem mobilen Gerät aus besucht worden, im letzten Jahr sei die Zahl bereits auf über 50 Prozent gestiegen.

«Für Anwender braucht es einen überzeugenden Zusatznutzen von Apps gegenüber der alleinigen Web-Lösung.» Zudem müsse eine App ins öffentliche Bewusstsein finden, was zu einem bedeutenden Werbeaufwand führen würde. Dennoch verneint Lütolf nicht, dass Apps auch sehr dienlich sein könnten.

App aus Eigeninitiative entwickelt

In den Stores von Apple und Google ist auch die App «Wettingen Info» erhältlich. Sie ist jedoch keine offizielle Gemeinde-App und wurde von Petra sowie Jürgen Berger aus Würenlos im Jahr 2014 auf Eigeninitiative entwickelt. «Wir glauben, dass Smartphone-Apps die Zukunft sind», sagt Jürgen Berger. Seit der Lancierung wurde die App rund 2000 Mal heruntergeladen.

«Wettingen Info» bietet allgemeine Informationen zur Gemeinde aber auch wichtige Notfallnummern. Doch: «Um in Wettingen durchstarten zu können, fehlen uns die richtigen Kontakte. Deshalb suchen wir weitere Unternehmen und Vereine, die bereit sind, Inserate und Informationen zu aktuellen Anlässen gegen eine geringe Gebühr auf der App aufzuschalten.»

Anders sieht es mit der App «Würenlos Info» aus, die 2013 lanciert wurde und wie «Wettingen Info» keine offizielle Gemeinde-App ist. Berger: «Bisher wurde sie knapp 3200 Mal heruntergeladen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist mittlerweile sehr gut. Es machen viele Firmen und Vereine mit.»

Verbundlösung mit 17 Gemeinden

Möchte die Gemeinde Würenlos auch eine eigene, offizielle App lancieren? «Im Moment sind wir nicht daran interessiert», sagt Gemeindeschreiber Daniel Huggler. Denn der Internetauftritt werde im Rahmen des «Community Net» betrieben, einer Verbundlösung des Gemeindeschreiberverbandes des Bezirks Baden, dem 16 weitere Gemeinden angehören.

Die Websites seien sehr detailliert und das Layout passe sich heute bereits je nach Gerät – Tablet oder Smartphone – entsprechend an. «In der Arbeitsgruppe Internet haben wir bereits mehrere Male geprüft, eine App zu lancieren.» Doch man hätte die Idee nicht nur aus Kostengründen verworfen, sondern auch, weil in der Regel eine App nicht alle Informationen einer Website wiedergeben würde.

Huggler sei jedenfalls gespannt auf die App von Wettingen. «Falls sie sich bewährt, werden wir das Thema in der Arbeitsgruppe erneut ansprechen. Es ist denkbar, dass sich die Meinung ändert.»

Die offizielle App von Wettingen wird über einen Budgetbetrag finanziert und im Sommer im Zuge eines Redesigns des Internetauftritts der Gemeinde lanciert. «Danach wird die Homepage übersichtlicher und moderner gestaltet sein», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer.